Kopieren, Einsetzen – Blamieren

Sonntags versucht unsere Tageszeitung HNA gerne mal, sich als Ratgeber in Sachen Neue Medien zu profilieren.

Das Produkt der Bemühungen fällt allerdings leider nur zu oft durch mangelnde kritische Distanz auf und man kann sich als Leser des Gefühles nicht erwehren, dass dort PR Material kommerzieller Anbieter kritik- und ahnungslos abgetippt wurde.

Heute wurde mir das Frühstück durch einen ganzseitigen Erguß verdorben, der sich vorgeblich mit dem Thema „Medienkompetenz“ beschäftigte.

Nachdem ich mich durch mehrere Spalten informationsfreier Trivialitäten gekämpft hatte, traf ich im abschließenden Absatz dann auf "das Leitindiz" in Form eines Zitates aus der Feder des Geschäftsführers eines Unternehmens, das Beratung bei der Nutzung „sozialer Netzwerke“ anbietet.

Auf einmal offenbarten Sätze wie "Lässt sich online über eine Person nichts finden sagt sie damit auch etwas über sich aus, nämlich fehlende Medienkompetenz" so richtig ihren Zweck und die wahre Stoßrichtung der ganzen Schreibe war entlarvt.

Da sollten verängstigte Kleingeister in die Hände von dubiosen Beratern getrieben werden.

Bitte mehr Abstand, liebe HNA

Facebook gerät täglich mehr ins Visier der Kritik und auch diese Woche hat man wieder einmal sensible Informationen seiner User über das gesamte bewohnte Universum verstreut.

Der Gründer des Unternehmens, Mark Zuckerberg, verhöhnt bei Pressekonferenzen die Datenschutzbedenken seiner User und schert sich einen Dreck um Kritik von Datenschützern.

Die sogenannten Privacy Settings der Plattform sind so verworren, dass eine Feinabstimmung quasi unmöglich ist.

Für den, der sich nicht einen halben Tag mit der in Untermenüs von Untermenüs verschachtelten Feinabstimmung seiner Datenschutzeinstellungen abquälen will, gibt es bei Facebook nur eine einzige, sehr grobe Einstellungsmöglichkeit:

Mitmachen und der wirren Weitergabepolitik zustimmen oder aussteigen und Privatsphäre wahren.

Angesichts dieser Situation darf man wohl konstatieren, dass die Schafherde der Mitläufer einen bedauerlichen "Mangel an Medienkompetenz" an den Tag legt.

Der guten alten Tante New York Times war dieser Einstellungswirrwar auf Facebook immerhin einen kritischen Artikel und eine sehr aufschlußreiche Graphik wert.

Allerdings schreibt man dort seine Artikel noch selbst und schmiert nicht aus der PR Mappe eines selbst ernannten „Beraters für die Nutzung sozialer Netzwerke“ ab.

Die Zeilenschinder bei der HNA wären gut beraten, wenn sie ab und an einmal nachdächten, bevor sie ihre Seiten mit PR Propaganda selbsternannter Heilsbringer bekleckern.

Die vollkommen verkürzte Abhandlung des Themas "Datenschutz", im Artikel am Ende der Seite, kann man bestenfalls als Feigenblatt bewerten, denn die gravierenden Schwächen aller sogenannten "sozialen Netzwerke" im Bereich Feinabstimmung des Datenschutzes wurden darin noch nicht einmal angerissen.

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About dozykraut

Proud member of Hillbilly's on Linux, promoting open source redneckism in remote parts of the Milky Way.
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